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Zwei Jahre gemeinsame Tafelarbeit

30 spannende und ereignisreiche Tage sind seit der Gründung des Verbandes der österreichischen Tafeln im Februar 2014 vergangen: Die bereits sechs Mitgliedsorganisationen in den Bundesländern – Wiener Tafel, Pannonische Tafel, Welser Tafel, Braunauer Tafel, Flachgauer Tafel und Tafel Süd in Kärnten – retten unter dem Dach des „Verbandes der österreichischen Tafeln“ jährlich rund 900.000 Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung und versorgen mit den wertvollen Warenspenden 27.000 Armutsbetroffene in 142 Sozialeinrichtungen.

Somit konnten die Tafeln in ganz Österreich in nur zwei Jahren 1.800.000 Kilogramm Lebensmittel vor der Entsorgung bewahren und Menschen in akuten Notlagen mit 3,5 Millionen Mahlzeiten versorgen. Aufgabe und Ziel des Verbandes ist die flächendeckende Versorgung armutsbetroffener Menschen mit geretteten Lebensmitteln durch die Tafeln Österreichs. Um dem steigenden Bedarf in den Sozialeinrichtungen gerecht zu werden sucht der Verband dringend zusätzliche Warenspender und Unterstützer. Der Verband der österreichischen Tafeln dient als überregionale Informationsdrehscheibe und vertritt die Interessen der Tafeln und ihrer Kunden gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene. Der Einsatz der Tafel-Organisationen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung konnte durch die Arbeit des Verbandes in den letzten zwei Jahren noch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Die Tafeln helfen einander, die lokalen Aktivitäten wirkungsvoller umzusetzen und unterstützen sich gegenseitig durch Erfahrungsaustausch. Der Bundesverband der österreichischen Tafeln vermittelt als kompetenter Ansprechpartner überregionale Partner und Unterstützer für die regionalen Tafeln und fördert neue Tafel-Gründungen. Er koordiniert und betreut Freiwillige, Spender und Sponsoren, welche die Tafel-Arbeit in Österreich erst möglich machen. Der Verband der österreichischen Tafeln ist seit 2014 Mitglied der österreichischen Armutskonferenz.

Preise und Zuwächse bei den Tafeln: Alle neuen Mitglieder im Tafelverband verzeichnen weitere Meilensteine in ihrer Entwicklung. So wurde der Gründer der Welser Tafel, Erwin Hehenberger, mit dem Florian 2015, dem Preis für Ehrenamt, ausgezeichnet. Andrea Roschek, Gründerin der Pannonischen Tafel erhielt 2015 den Bank Austria Sozialpreis für ihr Projekt „Wohnzimmer“, das sich der Thematik der sozialen Vereinsamung annimmt und eine warme Mahlzeit mit kulturellen Angeboten verbindet. Im Frühjahr 2015 konnte sich Kathrin Arndt über die erste Liefertour ihrer neu gegründeten Tafel Süd freuen und die Arnstorfer Tafel in Braunau wurde als grenzüberschreitende Initiative Mitglied im Verband der österreichischen Tafeln. Ernst Thomas Fingerl, Projektleiter der Flachgauer Tafel und ebenfalls Vorstandsmitglied des Verbands der österreichischen Tafeln, verzeichnet neben Eugendorf zwei neue Ausgabestellen in Faistenau und Mattsee.

„Suppe mit Sinn“ und „TafelBox“ in ganz Österreich im Einsatz: Die beiden von der Wiener Tafel initiierten Projekte „Suppe mit Sinn“ und „TafelBox“ kommen seit Herbst 2015 in ganz Österreich zum Einsatz. Der Verband der österreichischen Tafeln sorgt dafür, dass beide Aktionen nun allen österreichischen Tafeln zu Gute kommen: Sozial engagierte Gastronomiebetriebe widmen eine Suppe auf ihrer Speisekarte der Tafel im betreffenden Bundesland. Von jeder Portion „Suppe mit Sinn“ geht ein Euro als Spende an die Tafeln. Die TafelBox wird ein Jahr nach ihrer Einführung bundesweit eingesetzt. Mit der Ökokunststoff-Transportbox können Lebensmittelabfälle in der Gastronomie und bei Veranstaltungen mit Catering und Buffet vermieden werden, indem sich die Gäste übriggebliebene Speisen mit nach Hause nehmen. Von jeder TafelBox gehen 20 Cent als Spende an die Tafeln.

Neuer Vorstand – starke Ambitionen: Im Februar 2016 wurde der ehrenamtlich tätige Vorstand des Verbandes der österreichischen Tafeln neu gewählt. Den Vorsitz hat Mag.a Ulrike Schmidt, die langjährige Erfahrung in der Tafelarbeit mitbringt, vom bisherigen Obmann Mag. Helmut Adam übernommen, der als stellvertretender Obmann weiterhin mit allen anderen Mitgliedern im Vorstand bleibt. Somit kann weiterhin die Kontinuität und Professionalität der überregionalen Tafelarbeit gewährleistet werden. „Ziel des Verbands der österreichischen Tafeln ist es, gemeinsam mit Partnern eine Strategie auf nationaler Ebene zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Armut zu entwickeln und diese durch die praktische Tafelarbeit umzusetzen. Weniger gute Lebensmittel entsorgen und mehr davon auf die Teller von armutsbetroffenen Menschen! Wir wollen 2016 mindestens eine weitere Million Kilogramm Lebensmittel retten.“ so das erklärte Ziel, das Ulrike Schmidt im Namen des Verbands erläutert.

Noch immer werden rund 1 Million Tonnen Lebensmittel aus Privathaushalten, Gastronomie, Handel, Produktion und Landwirtschaft vernichtet. Auf der anderen Seite sind fast eine Million Menschen in Österreich armutsgefährdet oder von manifester Armut betroffen. Angesichts aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen und der Betreuung und Versorgung von Menschen in Flüchtlingseinrichtungen kommen weitere Herausforderungen auf die einzelnen Tafeln zu. Der Bedarf an Lebensmittelspenden steigt bei den Tafeln massiv an. „Ich appelliere daher an alle Verantwortlichen aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und NGOs, an der Tafel Platz zu nehmen, sie gemeinsam zu decken und sich dringend für einen Ausgleich zwischen Überfluss und Bedarf einzusetzen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.“ betont Ulrike Schmidt weiter. Der Verband der österreichischen Tafeln braucht Unterstützung und Partner! Weitere Tafel-Gründungen vor allem in den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Tirol werden forciert. Interessierte werden gebeten, sich zu melden. Der Verband benötigt für seine weitere Arbeit, Sach-, Lebensmittel- und Geldspenden. Nur so kann er Österreich weit „tafeln“ und dazu beitragen, dass Armut gelindert wird!

Spendenkonto bei der Salzburger Sparkasse: IBAN: AT91 2040 4000 4145 3309

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